Die Glocken zogen 1949 wieder ein:

Die erste Veranstaltung des Geschichtsforums Landkreis Freising in diesem Jahr hat kürzlich in die Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg in Kammerberg und Umgebung geführt. Über 30 Personen waren ins Kammerberger Gasthaus Gattinger in Kammerberg gekommen, um den Vortrag zu hören. Referent war Beat Bühler aus Leonhardsbuch: 1.Vorsitzender des Geschichtsforums Freising.

Auf Grund des Einmarschberichts des Giebinger Pfarrers konnte Bühler die Ankunft der amerikanischen Soldaten am 28. und 29. April 1945 darstellen, wobei der ungeklärte Beschuss einer fliehenden Proviantkolonne bei Kammerberg durch den nahenden „Feind“ von einiger Bedeutung war. Im Mittelpunkt stand die wirtschaftliche Situation der Bevölkerung, die Bühler vor allem anhand der Monatsberichte des Dachauer Landrates aufzeigte. Es waren Jahre des Mangels, begleitet von Schwarzmarkt, Einbrüchen und der Hoffnung auf bessere Zeiten. Dazu gehörte sicher auch der Neubeginn des Vereinslebens und die neuen Kirchenglocken – die alten waren wie überall eingezogen worden -, die im Oktober 1949 in einer feierlichen Weihe auf den Turm gebracht werden konnten. Als dann das Jahr 1950 nahte, war man sich allgemein bewusst, dass vieles erreicht worden war, manches aber noch zu verbessern war.

Dr. Beat Bühler                                                                                        entschuldigen Sie die Qualität

Der Weg nach Kammerberg

Die Glockenweihe vom Kammerberg

Der Festzug mit der Kapelle und der Feuerwehr

Der Festzug auf dem Weg zur Kirche

Wahrscheinlich sind die drei Glocken, die Pfarrer Steinberger in seiner Chronik von 1879 beschreibt, nicht mehr vorhanden. Sie stammten alle aus dem Jahr 1699 und trugen die Aufschrift „Im Jahre 1699 goß mich Johann Baptist Divall in München“. Auf der größeren Glocke war das Füll’sche Wappen, auf der mittleren ein Kreuzigungsbild und auf der kleineren Glocke das Bild der Mater dolorosa zu sehen.
Joh. Bapt. Divall *1672 in Sigleto;  22. November 1746 in Wien ist ab 1709 in Wien nachweisbar und wohnte Bei den sechs Schimmeln – heute Ulrichsplatz 12, im 7. Gemeindebezirk Wiens. Seine Glocken sind heute noch in der Wiener Karlskirche und in anderen Kirchen Österreichs erhalten. Im Dachauer Land sind mir von ihm nur die früheren Glocken in Kammerberg bekannt. 
: Hans Schertl, Oberndorf


Kammerberg und eine der ersten Postkarten mit dem Gasthaus Gattinger

 Kammerberg mit dem Gasthaus Gattinger und der Schule

 

 

Kammerberg mit dem ersten Kriegerdenkmal

Danke den Bürgern von Kammerberg für das rege Interesse und die Bilder

r.h.