In der Pfarrkirche St. Johannes der Täufer in Priel

Die Pfarrkirche St. Johannes der Täufer in Priel, gehört zum Pfarrverband Gammelsdorf und Hörgertshausen.
Der Pfarrverband wird betreut von H.H. Pfarrer Edward Stupak.
Dieser Pfarrverband gehört zum Dekanat Moosburg und dazu zur Diözese München-Freising.
Der Pfarrverband St.- Vitus in Gammelsdorf untersteht dem Erzbistum München.

Die Gemeinde Priel untersteht ebenso der Verwaltungsgemeinde Gammelsdorf.

Aus dem Buch „Maria allerorten“ Muttergottes mit dem geneigten Haupt, Eine Ausstellung der Museen der Stadt Landshut in der Spitalkirche Heiliggeist, von 20. November 1999 bis 5. März 2000:

In dieser Ausstellung wurden die wertvollen Votiv-Bilder aus der Pfarrkirche von Priel , laut Kirchenpfleger Hr. Schweiger, ebenso mit ausgestellt!

  • Von Konstantin Kurzhals OCD:
  • Dominikus a Jesu Maria OCD (1559-1630), der Auf- Finder des originalen Gnadenbildes der

„Muttergottes mit dem geneigten Haupt“:

Angetrieben von seiner außerordentlichen Frömmigkeit hat P. Dominikus a Jesu Maria eine Vielzahl von Bildern der Königin der Engel (=Maria), die er an verschiedenen Orten, entweder von den Katholiken vernachlässigt, oder von Häretikern zerstört und beschädigt wurden, wieder aufgespürt, aufgefunden, hervorgeholt, gereinigt, wiederhergestellt, und an frommen Stätten wieder eingesetzt, damit ihnen die geschuldete Verehrung ermöglicht werden konnte!.

Berühmtheit erlangte P. Dominikus 1620 durch sein Auftreten bei der Schlacht am „Weißen Berg“ vor Prag. Die Überzeugung von Kurfürst Maximilian I. von Bayern und Kaiser Ferdinand II., dass ohne sein charismatisches Auftreten und Wirken dieser für die katholische Seite so bedeutsame Sieg nicht möglich gewesen wäre, sicherte P. Dominikus einen großen Einfluss an den katholischen Fürstenhöfen Europas.

Karmelit, Thaumaturg und Diplomat:

Dominikus Ruzola-Lopez wurde am 16. Mai 1559 in der Stadt Calatayud in Aragon (Spanien) geboren. Er kam schon früh mit den Karmeliter-Orden in Kontakt. Nach dem frühen Tod seines Vaters und seiner Mutter wurde Dominikus seinem Onkel Franzisco zur Erziehung übergeben und 1570, im Alter von etwa 10 Jahren, in das Karmeliter-Kloster von Calatayud als Kandidat aufgenommen. Nach seiner Profess studierte er Philosophie und Theologie in Valencia. 1548 wurde er zum Priester geweiht.

Sein weiterer Ordensweg führte ihn über die Konvente nach Barcelona, Valencia und Toledo, und weitere Orte.

Auf Wunsch des Papstes Klemens der VIII, kamen 1603, 3 spanische Karmelitermönche zur Verstärkung des Missionsprojektes in Persien personell in Schwierigkeiten geratenen italienischen Kongregation nach Italien, unter ihnen auch P. Dominikus.

Bereits bekannt wegen seines exemplarischen Lebenswandels und seiner häufigen Ekstasen.

Bis 1620 lebt und wirkt P. Dominikus vorwiegend im Konvent Santa Maria della Scala in Rom. Ab 1608 als Prior und zugleich als einer der vier General – Definitoren.

Von 1617-1620 war er General in der höchsten Ordensleitung.

1630 wurde P. Dominikus von Papst Urbanus VII. „Selig“ gesprochen.

Dominikus a Jesu Maria und das Gnadenbild „Maria mit dem geneigten Haupt“:

Quelle aus dem einzigen Manuskript „Epitaphium Confusivum“ der deutschen unbeschuhten Karmeliter und gibt als Entstehungsort München an. Aufgeschrieben von dem Karmeliter Johannes Ludovicus ab Assumptoine:

Die Auffindung des Gnadenbildes 1610, schildert er:

Als P. Dominikus a Jesu Maria Prior des Konvents S Maria della Scala in Rom war, inspizierte er eines Tages einige Häuser, die zwecks Erweiterung der Klostergebäude angekauft und zum Abriss bestimmt waren. Als er dort an einem Haufen Abfall vorüber kam, verspürte er plötzlich das heftige Verlangen nachzuschauen, was sich in diesem befinde.

Er untersuchte diesen Abfall näher und fand unter dem Schutt ein auf Leinwand gemaltes Bild (in tela depictam imaginem) der Gottesmutter, ganz mit Schmutz und Staub bedeckt. Innerlich bewegt hebt er das Bild auf und spricht zu ihm: O Königin des Himmels, wie liegst du hier so missachtet und beschmutzt! Daraufhin trägt er das Bild in seine Zelle und legt es auf den Tisch, in der Absicht es zu reinigen. Dabei spricht er es wieder liebevoll an: Ich bitte dich inständig, o meine Herrin, es sei mir erlaubt, mit meinem Taschentuch den Schmutz von deinem Gesicht abzuwischen. Als er dies sorgfältig ausführt, siehe, da scheint die Darstellung lebendig zu werden, neigt etwas das Haupt, das vorher aufgerichtet war, und spricht: Dank sei Gott; und was für eine Gunst erwartest du von mir? Da wirft sich P. Dominikus ganz bestürzt zu Boden und sagt: Ich fordere keinen besonderen Gnadenerweis von diesem Bild. Darauf antwortet Maria: so sei es; denen jedoch, die dieses Bild verehren wie es ihm gebührt, werden himmlische Gnaden gewährt werden, besonders aber sollen diese den im Fegfeuer weilenden Seelen zukommen!

P. Dominikus verehrte in Rom bei den Karmelitern, dieses Bild bis zu seinem Tod. Nach seinem Tod kam dieses Bild zum Karmeliter-Orden nach München. Kurz darauf, kam dieses Gnadenbild nach Wien zu dem Kaiser Ferdinand Maria II. Dieses Bild fand seitdem im Stephans- Dom in Wien zur Verehrung der vielen und zahlreichen Pilger, seinen bestehenden Platz.

Zu diesem Gnadenbild wurde ein Text hinzugefügt:

„Ave Maria, gratia plena“

„Wende Deine barmherzigen Augen uns zu.“

In Wien gab Kaiser Ferdinand Maria II den Auftrag, mehrere Kopien von dem Originalbild „Muttergottes mit dem geneigten Haupt“ zu fertigen:

  1. Das Gnadenbild der Ursulinen in Landshut mit 93000 Erhörungen, eine Inschrift:
    „Monstra te esse Matrem = Erzeige dich eine Mutter zu sein!“
  2. Karmeliter-Konvent Maria Schnee in Graz
  3. in Pfaffenhausen im Bistum Augsburg

Aus dem Mirakelbuch der Wallfahrtkirche Priel, Handschrift 1746-1832, von Kreisheimat-Pfleger Hr. Rudolf George:

München, Archiv des Erzbistums München und Freising, PfA Priel:

Ein wertvolles Zeugnis für die barocke Volksfrömmigkeit der Wallfahrt zur „Muttergottes mit dem geneigten Haupt“ ist ein hand schriftliches Mirakelbuch der Pfarrei Priel in der Hallertau.(vgl. Georg Brenninger, Verzeichnis der Mirakelbücher im Erzbistum München und Freising, in: Beiträge zur Altbayerischen Kirchengeschichte 41, 1994, S. 191-214)

Bereits für das frühe 13. Jahrhundert lässt sich eine Kirche in Priel belegen. Ad ecclesiam Priul heißt es in einer zwischen 1212 und 1221 zu datierenden Tradition des Kollegiat- Stifts St. Kastulus in Moosburg. Später waren die Pfarrei und die Pfarrkirche St. Johannes Baptista dem Kollegialstift St. Kastulus in Moosburg inkorporiert, woran sich auch mit der Übertragung des Kollegialstifts nach Landshut im Jahre 1598 nichts änderte. Mit der Aufhebung des Kollegiat- Stifts in der Säkularisation wurde Priel eigenständige Pfarrei.

Ein Landshuter Kanoniker, der in Priel Pfarrvikar war, hat wohl um 1720-1730 die Kopie des Gnadenbildes der „Muttergottes mit dem geneigten Haupt“ in die dortige Prieler Kirche gebracht!

Das Gnadenbild von Priel, wurde von dem Landshuter Gnadenbild kopiert!

Jedenfalls gab es in der Prieler Kirche nach dem Neubau 1730 einen unkonsekrierten Marienaltar, wie der Freisinger Kanoniker Franz Joseph Anton Schmidt in seiner Martrikel 1739 berichtet(von Deutinger 1849, Bd. 2 S. 246f., § 228;-vgl. Kat. Freising 1979. S.67;- Weber-Wörner 1993, S. 373f.).

Aus dem Buch: Die Ursulinen in Landshut:

= Leihgabe von Fr. Monika Oberhofer aus Mauern:

Von keinem anderen Gnadenbild im ganzen Land wurden im 18. Jahrhundert – dem Jahrhundert der barocken Volksfrömmigkeit – so viele Nachbildungen verbreitet wie vom Landshuter Gnadenbild der Muttergottes vom geneigten Haupt.

Fortsetzung aus Maria allerorten:

Wie auf der ersten Seite des Mirakelbuchs zu lesen ist, wurde etwa im Jahr 1746, das Gnadenbild mit Einwilligung der geistlichen Regierung in Freising vom Seitenaltar auf den Hochaltar durch Vikar, Kanoniker und Apostolischen Protonotar Johann Joseph Peisl übertragen. In Altdeutsch: Dies geschah mit Paucken, vnd trompeten Schaall vnd loß schüssung 12 stückl. In Anwesenheit von 3226 Personen.

Der genaue Titel des Mirakelbuches lautet: Miracula, et Beneficia ad Beatissimam, et / Thavmaturgam Virginem Mariam in Choro / habitantis in Ecclesia Matrice / ter Amabilis genannt. Zu Priell.

Die Mirakelberichte umfassen die Jahre von 1746 bis 1832, jedoch beginnt die Jahreszählung erst ab 1776 bis zum Ende der Aufzeichnungen. Die einzelnen Einträge sind von 1 bis 2006 nummeriert. Allerdings haben dabei einige Schreiber mehrmals Nummern übersprungen. Bei genauer Zählung ergibt sich eine Summe von 1313 Gebetserhörungen!

Die meisten Votanten (= Hilfe- und Bittsuchende) – Bauern, Handwerker, Dienstboten, kommen aus der näheren Umgebung von Priel. Ihre Anliegen beziehen sich auf die Sorgen und Nöte der bäuerlichen Familie, auf die Gesundheit der Familienmitglieder und des Viehs. Auch die Votivgaben entsprechen denen anderer Mirakelbücher, wie beispielsweise Gebet, Opfer in den Stock und Wachsvotive. Von besonderem Interesse sind eingelegte, handschriftliche Blätter aus der Mitte des 18. Jahrhunderts, die allgemeine Gebete, ein Formular für die öffentliche Verkündigung der Gutaten und ein Votivformular enthalten.

Die Votivformel wurde von einem Geistlichen vorgesprochen und von den Gläubigen nachgebetet. Ein Blatt im Folioformat enthält folgende Texte:

(kann auch als Wallfahrer- Gebet verwendet werden):

in Altdeutsch:

NB. Vor Verkündung der Gutthaten wird Nachstehendes gesprochen.

Dem allbarmherzigen Gott, zur schuldigen Anbethung und Danksagung, und zur Befestigung unseres Vertrauens auf die Mächtige Fürbitte der seeligsten Jungfrau und Mutter Gottes Maria vernehmen eure Lieb und Andacht jene Gutthaten, welche die Personen, deren Nämen vorgelesen werden, durch selbe erhalten zu haben glauben.

NB. Hierauf folget die Verkündigung derselben. Sodann aber wird Folgendes Gebethet.

Für diese, und alle übrige sowohl bekannte als unbekannte Wohltaten sei Gott, und der Mutter Jesu der gebührende Dank gesagt, welchen zu erkennen zu geben wir mit Andacht das Gebeth des Herrn und den englischen Gruß laut bethen wollen. Sequitur Pater et Ave.

Hierauf wird die Votiv-Formel erneuert!:

Heilige Maria-MutterGottes-und Jungfrau!- ich erwähle dich-heute-zu meiner Frau-Beschützerin-und Fürbitterin-und nehme mir –ernstlich für-niemals-von dir abzuweichen-niemals etwas zu reden,-oder zu thun-was die Verehrung-die man dir-schuldig ist-verletzen könnte.-Ich will auch-niemals zulassen-dass von denjenigen-die mir-untergeben sind, -jeweils-etwas Solches-geschehe.-Ich bitte dich also-nihm mich an-als deinen-beständigen Diener-steh mir bey-in allem-meinem Thun und Lassen,-und verlasse mich nicht-in der Stunde meines Absterbens-Amen.

(Nachtrag von späterer Hand): Pater noster et ave.

(Eine Gesamtedition durch Verf. Ist in Vorbereitung.)

Aus der Chronik der Gemeinde Gammelsdorf anno 1993, von Benefiziat Karl Weber, bearbeitet und erweitert von Alfons Wörner:

= Leihgabe von Fr. Bauer aus Gammelsdorf Bürgermeister-Gattin, Weitergabe von Fr. Oberhofer:

Einträge aus dem Mirakelbuch von Priel anno 1746-1832: (in Altdeutsch)

Übersetzung von Seite 10, Rektor Hr. Alfons Wörner:

Nr.: 266: Josef Schäffler Von flückerdorff hatte seine hausfrau in gefährlichen Kindts-nöthen alhier her Verlobt zu disem wunderthätigen gnaden=bildt auf dem chor altar mit einem gewissen gebett Und opfer in stockh, Und hat auf solches gelübt dessen glückhseelige entbindung durch die hilf Mariae erlangt. (etwa 1749)

Nr.: 269: Die tugentreiche Jungefrau ottilia Ammerin Köchin in pfahrhof alhier hatte meine Villgeliebte Muetter in ihrem tödlichen schlagfluß Zu dieser wunderthätigen Gnaden=Mutter auf dem chor altar Verlobt mit einer heilligen lobmeß Und gewissen gebett Und auf solches gelübt hat diese tödtliche Kranchheit mit idermans Verwunderung sich alsogleich durch die hilf Mariae zur besserung gändert. (etwa 1749)

Nr.: 272: Ursula fischlin baurin zu roßberg hiesiger pfahr hatte 3 täg  grosse herz schmerzen, sobald sie sich aber alhir her Verlobt Zu disem gnaden=bildt mit einem wäxernen herz, Und gewissen gebett Und opfer in stockh ist aller schmerzen durch die hilf Mariae Vergangen.

Nr.: 273: Mehrmalen hat obgedachte ihr kleines Kindt in 3 tägig todtgefährlichen fraiß alhier her Verlobt Zu disem wunderbahrlichen gnaden=bildt mit einem wäxernen Kindtl Und gewissen gebett, Und hat auf solches die fraiß Von stund an nachgelassen. (etwa 1749)

Nr.: 1748: Thomas Weinzierl verwittibter Mesner allhier verlobte sich in grossem anliegen zu der göttlichtn Mutter in Priel mit einer hl. Mes gewissen gebett, und opfer in Stock und ist erhört worden. (1776)

Aus der Geschichte der Kirche und Pfarrei in Priel:

Ein Moosburger Dienstmann, Richard von Priel war zwischen 1161 und 1170 Zeuge, als der Freisinger Ministeriale Otto von Wadenstorf seinen Besitz verkaufte. Ein dritter namens Luipald von Priel, legte im gleichen Zeitraum Zeugnis ab für Halburg von Notzing. Außerdem tradierte der Moosburger Ritter und Mitbürger –Dietmar im Jahr 1189, auf dem Sterbebett, noch ein kleines Gut in Priel an das Kastulusstift, und endlich noch im gleichen Jahr vergaben der Moosburger Chorherr und Pfarrer von Rudelzhausen namens Ulrich und seine beiden Söhne Otto und Bernhard zwei Güter an das Stift, wovon eines in Priel gelegen war.

1313 lag Priel im Aufmarschgebiet des bayerischen und österreichischen Heeres.

Die Gammelsdorfer Schlacht!

1321 erscheint „nider Prül“ (MB XXXVI2, 1234)

1752 erscheinen in den Gerichts- Konskriptionen die Anwesen der Ortschaft immer noch im Besitz des Kastulus- Stiftes (jetzt in Landshut). Damals gehörte diese Gegend zum Herzogtum Landshut! Es sind dies der Mair und der Rieder als jeweils ganzer Hof, der Wimberger (Wohl Weinberger) und der Huber als halbe Höfe, der Weber als Achtelhof, der Mesner als Sechzehntelhof im Besitz der Ortskirche und das Hüthaus im Besitz der Ortsgemeinde.

1818 kam das Kirchdorf Priel zur neu gebildeten Gemeinde Enghausen, die genau dem Gebiet der ehemaligen Ob- Mannschaft entsprach.

Zwischen 1212 und 1215 erfährt man zum ersten Mal von der Existenz einer Kirche in Priel, also verhältnis mäßig spät. Ihr Johannes- Patrozinium weist auf eine sehr frühe Gründung der Kirche hin. Allerdings beweisen kann man sie nicht!

1315 Priel = Filialkirche der Pfarrei Gammelsdorf. Die Pfarrei wurde seit 1524 von Moosburg aus versorgt bis 1703. Im Jahr 1704 bestellte das Chor- Herrenstift

(= Kantoren-Sänger und Mönche) St. Kastulus, jetzt in Landshut, einen selbständigen Pfarrvikar in Priel und erbaute zwischen 1704 und 1710 einen Pfarrhof, der heute noch steht. Zum geplanten Neubau der Pfarrkirche im Jahr 1724 lieferten Martin Ehamb, Maurermeister in Landshut und der Zimmerermeister Johann Haltmayr einen Voranschlag von 867 fl 4 kr und 115 fl 50 kr ab.

Die Kirche wurde 1730 neu erbaut!

1746 wurde das Gnadenbild der „Muttergottes vom geneigten Haupt“ von einem Seitenaltar auf den Hochaltar übertragen. Seitdem besteht ein großer Aufschwung der Wallfahrt.

1870/80 wurde die Kirche verlängert und der Turm neu erbaut.

Zum Anlass der 1200 Jahr-Feier: “ Bistum München und Freising“,

von Kunsthistoriker Dr. Dr. Prälat Michael Hartig, anno 739 bis 1939 aus der Dombibliothek in Freising:

Priel von außen:

1730 begann das Stiftskapitel von Landshut den Neubau seiner Pfarrkirche in Priel. Prule ist entweder ein keltischer Name und besagt soviel wie Tiergarten oder kommt vom ahd. Bruil, was sumpfige Au heißt.

Der edle Aribo, ein sehr hoch angesehener Mann (ein Ritter), schenkte um 1140 seinen Eigenbesitz Pruel mit allen Höfen, Gebäuden, Weinbergen, Wäldern und Wiesen an das Stift Moosburg. Das Dorf war damals und blieb zunächst noch lange eine Filiale von Gammelsdorf, erst nach 1524 ist von einer Pfarrei Priel mit den ebenfalls zu Moosburg gehörigen Kirchen Enghausen, Gelbersdorf und Seiboldsdorf als Filialen die Rede. Sie wurde von Moosburg aus versehen. Erst 1702 hat das von Moosburg nach Landshut übertragene Stift auf Befehl des damaligen Bischofs, Priel selbst einen Pfarrsitz zu errichten. 1704 wurde aus Landshut ein Pfarrvikar nach Priel geschickt. Ab diesem Zeitpunkt wurde Priel eine eigenständige Pfarrei. Die alte kleine Kirche musste wegen Baufall 1729 gesperrt werden, dann begann 1730 der Neubau. Im Dezember 1730 konnte sie schon benediziert (= geweiht) werden. Der Chor stammt in seinem Unterbau noch aus der Zeit der Gotik. Der Turm über dem Chorraum, hatte ursprünglich eine Kuppel, der obere Aufsatz mit dem jetzigen Abschluss ist neu.

Priel Inneres:

Innen ist der Chor sehr stark eingezogen und die Langhauswände sind nach dem schmalen Triumphbogen zu abgeschrägt. Chor und Langhaus haben eine weiße Flachdecke. Die 3 Altäre sind aus der Bauzeit, nur haben die Seitenaltäre 1889 statt ihrer bisherigen Gemälde die Figuren des Herzens Jesu und Maria erhalten.

Das ursprünglich auf dem linken Seitenaltar angebrachte Marienbild, eine Kopie des Gnadenbildes in der Ursulinen- Kirche in Landshut, wurde bald ein verehrtes Wallfahrtsbild und kam deshalb 1746 in die Mitte des Hochaltares.

Nachdem Seibold von Freising die Kirche glücklich restauriert hatte, schmückte 1936 der Maler Nickl von Freising die Decke mit Malereien, welche natürlich dem Barockstil der Kirche nicht ganz gerecht geworden sind und mehr zu der anderen Stil- Bezeichnung des Anton Mayer (in seiner Diözesanbeschreibung) romanisch passen würden.

Priel Inneres nach Westen:

In Priel wollte die 1910 von Georg Amestberger aus München durchgeführte Restauration nicht recht gefallen. Sie hatte nichts Barockes mehr aus der Kirche entfernt; aber sie konnte Raum und Einrichtung auch nicht lebensvoll zusammenstimmen. Man verstand damals den durch den Neubau von 1728 der Kirche gegebenen Barockstil in seinem Wesen noch nicht; denselben, hatte ja auch die Restauration von 1889 mit ihren neuromanischen Seitenaltären stark zurückgedrängt. 1935 wurden der Fass- Maler Seibold von Freising und der Kunstmaler Nickl gerufen und die Kirche durchgreifend erneuert. Es wurde ein festlicher, sakraler Raum geschaffen, die Deckenmalerei nahm etwas zu wenig auf die Idee des Baues Rücksicht, namentlich die breite ornamentale Einfassung drängt sie stark zurück.

Priel Hochaltar:

Der Hochaltar von Priel bringt 1730, also schon in der Zeit des Rokoko, den Abschluss des barocken Altarbaues im Dekanat. Nur mehr die Anlage ist barock. Der Bau sprengt den Raum nicht bloß in seiner Höhe, sondern noch viel mehr in seiner Breite. Die Architekturstücke sind verstärkt: statt 2 sind 6 Säulen vorhanden: 2 gewundene und 4 glatte. Das Gebälk ist besonders stark herausgehoben. Doch die Bekrönung ist bereits rein malerisch gegeben: Bildrahmen mit 2 Voluten  ist aufgesetzt, auf der Verkröpfung des Gesimses stehen

2 Figuren. In der Mitte des Altares ist das Gnadenbild mit einem Wolken- und Strahlenkranz auf einer geschnitzten und bekrönten Draperie. Das Mittelstück ist typisch Rokoko und schiebt scheinbar bewusst die Architektur auf die Seite.

von Marina Kögl und Johann Bauer sen.:

= weitergereicht von Christine Frey, Mesnerin von Priel

Die „Madonna mit dem geneigten Haupt“ (1746 bekrönt und mit einem hervorgehobenen Stern auf der rechten Schulter, auch Stern-Madonna genannt) genoss in Folge eine große Verehrung der umliegenden Bevölkerung bis Moosburg und Freising.

Kirchenbeschreibung Innen:

Die Pfarrkirche ist im Barock- Stil gestaltet. Der Patron Johannes der Täufer ist auf der linken Seite mit Lamm und Stab-Fahne „Agnus Dei“ dargestellt. Rechts steht der

hl. Johannes der Evangelist mit Kelch und Schlange. Im Mittelpunkt das Gnadenbild unter dem Baldachin. Darüber ein Bild der hl. Dreifaltigkeit. Über dem Hochaltar, den Seitenaltären bis zur Empore sind 30 Engelputten und –Bilder zu sehen. Das Deckengemälde über dem Altarraum stellt Maria Verkündigung dar (25. März). Die Taufe Jesu ist über die ganze Decke des Kirchenschiffes gemalt. Auf den Seitenaltären stehen die Herz-Jesu und Herz-Maria-Statuen. Darüber Fundbilder der hl. Elisabeth und der

hl. Bruder Konrad von Altötting. An den Seitenwänden sind der hl. Josef, sowie

Mutter Anna mit der kleinen Maria als Mädchen, und in einer Niesche der

gegeißelte Heiland, dem Missionskreuz mit der schmerzhaften Mutter Gottes mit dem Schwert in der Brust angebracht. Eine sehr alte Marienfigur über dem Sakristeieingang.

Empore:

  • Gemälde der Evangelisten mit ihren Symbolen: (1. Hälfte 18. Jahrhundert)
  • Matthäus = Engel, Markus = Löwe, Lukas = Stier, Johannes = Becher

Orgel:

Um 1885, mit Engelskopf  1700

Apostelleuchter = Ende 19. Jahrhundert Neuromanisch,

Kreuzweg: im Rokokostil

Sakristei: die Originaltüre ist noch vorhanden von 1730

Skulpturen in der Kirche:

Stehende Maria mit Kind , der Tabernakel, das Ewige Licht, Ambo
Rosenkranzmadonna (1700), gestiftet von  Familie Bach (Oberpriel)
Mutter Anna,  neuer Volksaltar eingew. 17.01.1999 von H.H. Weihbischof Haßlberger
Hl. Josef mit Jesu- Kind
Kanzelkreuz mit Madonna (Anfang 1800)
Geiselheiland (Ende 1800)
Hochaltar: Oberes Bild: Gott Vater und hl. Geist (= Dreifaltigkeit)
Linker Hochaltar: Hl. Johannes der Täufer mit Lamm und Stab, Agnus Dei, 24. Juni
rechter Hochaltar: Johannes der Evangelist Kelch mit Schlange, 27. Dezember
Besonderheit: kleiner Tabernakel mit den heiligen Ölen
Herz Maria (1890), linker Seitenaltar, gestiftet von Stadlbauer (Roßberg)
Herz Jesu (1890), südlicher oder rechter Seitenaltar, gestiftet von Ostermeier

(heute Mayer von Dürnseiboldsdorf) gehörte zu Priel.

Deckengemälde (Preßbyterium): Maria Verkündigung, 3 Erzengel: Gabriel, Michael, Raphael. Hochfest am 29. September (Michaeli)

2 wertvolle Votiv-Bilder, hinten rechts, neben dem Haupteingang:

von Mariella Obermeir und Johann Bauer sen.:

  1. Votivbild linke Seite, in Altdeutsch:
    Anhero zu der gnadenreichen Muetter auf priel hat sich verlobt, der ehrengeachtet
    Thomas ostermair nidemayr, baur von willerstorf, so … ja grosser noth und ängsten gestandten Selber aber bey Gott, durch vor bitt der aller Seeligisten muetter gottes hilf erlanget, 1747.

Dieses Bild zeigt die Familie Niedermeir in Willersdorf,
kniend und betend, im Hintergrund mit landwirtschaftlicher
Viehweide. Darüber die Muttergottes mit dem geneigten Haupt aus Priel, die ihre
flehende Anrufung wegen großer Not und Ängsten erhörte.
Thomas Ostermair/Niedermayr, Bauer von Willersdorf. (= heute Wagensonner)

 

2. Votivbild rechte Seite in Altdeutsch:

wahrscheinlich anno 1742 zum österreichischen Erbfolge-Krieg:

Allhire hab ich mich verlobt Xare Wirffel von rehbach, zu der wunderdethigen mutter gottes Maria …. Priell, …. Ich zu denen feindten fueder… un dräth in ihrer lacher feliefert habt, so ich bin undter die zoieg Räther komen und in einer grosser gefahr gestandten bin. Draußen zu unser lieben Frauen gehabt und mir nichts geschenen ist, so ich dank sage Amen. 1742.

Dieses Bild zeigt einen Futter- und Getreidetransport mit Pferden. Ein Soldat als
Reiter und ein Soldat, der unter einem Wagenrad liegt. Darüber ein Bild von unserer
Muttergottes. Dem Xare Würfl, der unter den Rädern lag, ist bei der Anrufung der
Muttergottes nichts geschehen! (= heute Hiebl in Rehbach)

Beschreibung der jetzigen Pfarrei Priel:

Die Pfarrei Priel gehört bis dato dem Pfarrverband Gammelsdorf/Hörgertshausen an. Dieser wurde laut Errichtungsdekret vom 1. Juli 1990 mit Sitz in Gammelsdorf errichtet. Die Pfarrei hat ca. 300 Seelen. H.H. Pfarrer Edward Stupak, die Kirchenverwaltung und der Pfarrgemeinderat betreuen die Pfarrgemeinde.

Weitere 4 Kommunionhelfer, 6 Wortgottesdienstleiter/innen, 9 Lektoren, 2 Orgelspieler,

3 Kirchenmusiker/innen und das Kirchenpersonal tragen ebenso dazu bei, das Leben und die Gottesdienste / Wort-Gottes-Feiern, feierlich in der Pfarrei mitzugestalten.

Neben den Hochfesten feiert die Pfarrgemeinde das Patrozinium (24. Juni), Maria Himmelfahrt (15. August),  Fronleichnam mit Prozession und anschließendem Pfarrfest, die Höhepunkte des Jahres.

 

Zu dieser Pfarrei gehören:

  • zwei Filialkirchen: Enghausen und Willersdorf
  • Zwei Kapellen:      Rehbach und Besenried

In diesen Filialkirchen und Kapellen,  werden ebenso hl. Messen abgehalten.

Der Friedhof in Priel beinhaltet ca. 45 Gräber.

Weitere Darstellungen von der „Mutter mit dem geneigten Haupt“:

aus dem Buch „Maria allerorten“:

  • Devotionalkopie (veränderte Kopie) des Wessbrunner Gnadenbilds:
    „Mutter der schönen Liebe“
  • Medaillen, Reliquien-Bilder, Reliquien-Kapseln, Fräshäubchen
  • Schluckmadonnen-Bilder aus Papier, erhältlich bei den Ursulinen in Landshut, hilft
    für das Seelenheil und bei Körperlichem Leiden, ausschneiden und anschließend schlucken.
  • Skapulier = Medaillon zum Umhängen über die Schulter für 3. Orden und Laien, oder für weltliche Marien-Verehrer
  • Rosenkränze, Wettersegen-Medaillonbildchen, Breverl, Altar-Stand-Bilder, Mini- Altarbilder, Goldgestickte Stoff-Bilder, Votiv-Tafeln und Votiv-Bilder
  • Wachs-Bilder

 

von Johann Bauer sen.:

Das Weihwasser: Keiner fürchtet sich so vor dem Weihwasser, wie der Teufel!

Spruch: Wo das Weihwasser eintrocknet (Haus), da trocknet auch der Glaube ein!

Glocken: gegossen 1950 in Bruckberg

  1. die größte Glocke wurde von der Pfarrei gestiftet und dem auferstandenen Heiland geweiht.
  2. die 2. Glocke wurde von den heimkehrenden Soldaten gestiftet und der Patrona Bavarie geweiht.
  3. die 3. Glocke stiftete Familie Felsl aus Oberndorf und wurde der hl. Familie geweiht.
  4. die 4. Glocke = Armen Seelen-Glocke, auch Sterbeglocke genannt und wurde 1886 gegossen. Diese ist der hl. Katharina geweiht.

 

Spruch:

Barbara mit Turm, (diese wurde in einem Turm eingesperrt)
Margarethe mit Wurm, (wird mit einem Drachen dargestellt = Symbol für das Böse)
Katharina mit dem Radl, (Märtyrertod durch ein Wagenrad mit scharfen Messern)
sind die drei heiligen Madl.

Gemütsbeschreibung von Johann Bauer sen., der „Muttergottes mit dem geneigten Haupt“:

Unsere „Maria mit dem geneigten Haupt“ strahlt etwas aus, was als Gefühl und Gemüt erscheint:
Ist man selbst traurig, nimmt man ihren Blick tröstend, mitfühlend und aufmunternd wahr.
Befindet man sich in fröhlicher Stimmung, meint man, Maria würde sich mit einem freuen.!.

Gedicht von Novalis 1772-1801 = deutscher Schriftsteller der Frühromantik:

Novalis heißt eigentlich = Georg Philipp Friedrich Freiherr von Hardenberg.

Ich sehe Dich in tausend Bildern, Maria lieblich ausgedrückt. Doch (k)eines von Allen kann es schildern, Maria, meine Seele dich erblickt.

 

Zusammenfassung von Fr. Mariella Obermeir, 2015