Historik aus dem Manuskript zur 1200 Jahrfeier 739 – 1939 der Diözese München und Freising, von Kunsthistoriker Monsignore Prälat Dr. Dr. Michael Hartig:
(geb. in Mauern *1878, gest. in München + 1960)

(Übersetzt aus der altlateinischen Handschrift von Hr. Rektor Alfons Wörner a. D., im Archiv Mauern, Archivar: Erwin Braun und aus der Diözesanbibliothek in Freising)

Mariella Obermeir

Mariella Obermeir

Kirchenführung von Frau Mariella Obermeir aus Mauern

am 14. April. 2016

In Bayern existieren 5 Orte mit dem Namen Mauern: 2 Pfarrdörfer, 2 Kirche-Orte und 1 Einöde.

Der älteste Teil von dieser Kirche befindet sich im vorderen Bereich, der Chorraum.

Ihr Patronat des hl. Johannes des Täufers lässt vermuten, dass sie vielleicht schon im 7., sicher aber im frühen 8. Jahrhundert als Taufkirche gebaut worden ist. Sie war ursprünglich zweifellos Eigenkirche der Schlossherrschaft. Diese Kirche und das Schloss schenkte Kaiser Arnulf einer „Irmburg“. Nach seinem Tod vertauschte diese Irmburg ihren ganzen Besitz in Mauern an das Kastulus -Kloster nach Moosburg. Dies war nur möglich, wenn die Kirche als ihr Eigenrum galt. Natürlich war die erste Kirche höchstwahrscheinlich nur ein Holzbau, wie damals fast alle Kirchen. Die meisten Kirchen wurden 955 von den Ungarn verbrannt.

Die jetzige Romanische Kirche wird in ihrem ältesten Teil auf die Zeit um 1100 zurückgehen; das ist der quadratische Hochaltarraum und der Chorraum mit seinen sehr dicken Mauern.  Auf diesem Chorraum befand sich eine Kuppel mit einem kleinen Turm und dem Jerusalemer Kreuz. Mauern gehörte im Mittelalter zum Herzogtum Landshut.!.

Ab 1711 wurde der Chorraum von Pfarrer Franz Hölderich vergrößert und erweitert. Seine Inschrift befindet sich über der neuen Orgel (eingeweiht 2006 von H.H. Weihbischof Bernhard Haßlberger): R D F H P = Reverendus, Dominiu, Franciscus, Hoelderich, Parochus. = der Hochwürdige Herr Franz Hölderich, Pfarrer, 1699.

Die Kirche war jahrhunderte lang ein einschiffiger Bau. Um 1500 hat der damalige Schlossbesitzer Stephan von Rohrbach von Landshut eine etwas niedrigere Kapelle als Gruftkirche für sich und seine Nachfolger im gotischen Stile angebaut. Weitere Grafen sind in dieser Gruft beigesetzt z.B.: die Peronen,  Kuttenauer, Rohrbacher, Grafen von Preising, der Mark-Graf Desiderius von Schneid (bekannt unter: An Schneid muasst ham). Der Chur-Fürst Hans Georg von Seiboldsdorf (beigesetzt in der Pfarrkirche Hörgertshausen) hat die Kirche 1699 außen höher und gleich hoch mit der Nordmauer der Kirche gemacht. Ebenso hat er sie um 4 m verlängert. Somit wurde die Kirche 2 -schiffig.

1698 bekam die Kirche aus Rom, Reliquien vom hl. Sebastian zugesandt.

Von Papst Innocenz XII. wurde eine Sebastiani -Bruderschaft errichtet, deshalb lautet es Sebastian- Kapelle.

Wahrscheinlich war dies der Grund weshalb die Kirche wegen der vielen Pilgern zu Ehren des Hl. Sebastian zu klein wurde und deshalb von Chur-Fürst Hans Georg von Seyboldstorff vergrößert wurde. In der Sebastian-Kapelle der 2 -schiffigen Kirchen-Seite befinden sich an den Wänden, viele Grab-Steine, Wappen aus rotem Marmorstein, sogar ein Weihestein und Schlusssteine im Deckengewölbe. Diese wertvollen Gedenksteine wurden zur Ehre der Grafen und Churfürsten, die hier in Mauern lebten eingemeißelt.

Anschließend besichtigten wir die Kirche von außen mit dem damaligen Schlossaufgang.

Wir verweilten an der ehemaligen äußeren Armen-Seelen-Kapelle, wobei die Decken- Malerei 1701 von Arme -Seelen-Fresken zu erkennen sind. Diese Arme -Seelen-Kapelle wurde in Rechteckform gebaut und mit einem Kreuzgewölbe und einem altarartigen Bogen versehen, die an Katakomben erinnern soll. Diese Kapelle wird heute als Priestergrab verehrt und die bisherigen amtierenden Priester sind namentlich mit der Jahreszahl aufgeführt.

Darauf folgend gingen wir in das Leichen – oder Totenhaus. Dort befinden sich noch weitere Grabtafeln aus Stein von den bisher amtierenden Priestern.

Die Pfarrkirche St. Johannes der Täufer in Mauern wird von H.H. Pfarrer Viktor Spielauer und Gemeindereferent Otto Pauer betreut. Diese Kirche gehört heute zum Dekanat Moosburg und untersteht H.H. Dekan Reinhold Föckersperger. Das Dekanat gehört  zur Erz-Diözese München Freising und wird betreut von H.H. Erz-Kardinal Reinhard Marx.

Im Leichenhaus beendeten wir unsere Führung.

Es war ein sehr schöner und harmonischer Nachmittag und es hat mir mit soviel interessierten Historikern aus unserem Landkreis Freising, sehr viel Freude bereitet. Danke auch dem Bürgermeister Georg Krojer der Gemeinde Mauern mit einem Kleinod im Landkreis Freising.

Mariella Obermeir